Geschichtliches

Fast so alt die wie Behausung des Menschen, ist auch das geneigte Dach. Es beschützte seine Bewohner vor Witterungs- und Klimaeinflüssen. Dachhäuser gehören zu den ältesten Bauwerken. Durch ein Steil angelegtes Dach wurde Raum zum Wohnen gewonnen. Geneigte Dächer leiteten Niederschläge ab oder sammelten sie in regenarmen Gebieten in Zisternen. In der Landwirtschaft brachten Dächer Platz als Speicher, während im heißen Orient Flachdächer als Schlafterrassen dienten. Im Steinbau wurde mit Gewölben gearbeitet. Wurde Lehm verwendet, fanden Balkendecken Verwendung. Im Holzbau sind verzimmerte Dachstühle charakteristisch.

Dachkonstruktionen entstanden in ihren Grundzügen schon in der Vorgeschichte. Bekannt waren Flachdächer mit einer tragenden Balkenkonstruktion und Füllung, Tonnen- und Spiegelgewölbe und geneigte Dächer wie in römischen oder germanischen Einraumhäusern. Bei letzteren besteht die Konstruktion aus der tragenden Wand, einem Firstbalken und einem sparrenähnlichen Dachgerüst aus Holz. Störende Mittelstützen, wie sie früher bei Firstgestellen üblich waren, gab es nicht mehr. In germanischer Tradition wurden Sparren über Pfostenwänden errichtet und mit Stroh oder Schilf bekleidet.

So begründeten sich heute noch gültige, traditionelle Dachformen.

Ebenso traditionell wie die Konstruktion ist die Dachdeckung. Früher wurden örtliche Materialien verwendet, um die Anforderungen an Regendichtheit, Frostbeständigkeit oder Stabilität zu erfüllen. Bekannt waren, je nach Region, verdichtete Lehmschichten, Schichten aus Bitumen, wasserabweisende vulkanische Stoffe, Schilf, Stroh, Bohlen und Balken, Holzschindeln, Grassoden, Steinplatten, Ziegel aus gebranntem Ton, Metalltafeln, etc.

Das heute noch gültige Ziegeldach hat seine Ursprünge wahrscheinlich im 7. - 8. Jahrhundert in Griechenland. Ziegel wurden in gleichmäßigem Verband, fugenüberdeckend gelegt. Beim griechischen Tempeldach wurde Regenwasser über die Traufe und Regenrinne oder über eine als Kranzgesims ausgebildete Traufe abgeleitet. Auch Wasserspeier führten schon damals anfallendes Wasser vom Dach ab.

Mitte des 18. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung zu. Die Bauindustrie wurde vor neue Aufgaben gestellt. Wohnungs- und Gewerbebauten mussten schneller errichtet werden. Die moderner werdende Industrie produzierte immer günstiger geeignete Baumaterialien und man musste sich nicht mehr auf natürliche Vorkommen beschränken. Die Eisenherstellung wurde durch die Reduzierung von Kohlenstoff verbessert, die Kosten der Glasproduktion gingen zurück, Beton wurde mit Einlagen aus Eisen auf Zug beanspruchbar und Ziegel wurden ab Anfang des 19. Jahrhunderts immer besser und schneller industriell hergestellt. Seit dem Mittelalter war brennbares Material als Dacheindeckung verboten. Im 19. Jahrhundert immer besser kontrolliert, wurde je nach Region auf Schiefer, Steinmaterial und Ziegel zur Dacheindeckung zurückgegriffen. Auch Metalleindeckungen wurden, nach ihrer Verwendung in der Antike im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Außerdem wurden industriell vorgefertigte Dachplatten aus Zement oder auch aus Asbest(zement) verwendet. Ebenso Abdichtungsmaterialien, wie Bitumen oder Asphalt, der schon lange vorher im vorderen Orient verwendet wurde.

Heute sind im Wesentlichen die Produktionsmethoden der Materialien verbessert und rationalisiert, und gesundheitsschädliche Stoffe, wie Asbest, ausgesondert worden. Gesundheit sowie Lebens-, Arbeits- und Wohnqualität, aber auch ökonomische und ökologische Aspekte, stehen heute, auch beim Dachbau, im Vordergrund. Energieeinsatz und Kosten bei Rohstoffgewinnung, -transport und -verarbeitung, Montage- und Instandhaltungskosten, die Lebensdauer eines Daches und schließlich die Entsorgung werden zunehmend wichtiger.



(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2008, www.dachbau.de

Gewerbliche und private Verwendung dieses Artikels ist ausdrücklich, aber nur dann gestattet, wenn dem Artikel gut sichtbar der vorstehende Copyright-Hinweis mit verfolgbarem Link hinzugefügt wird und wir per Mail an copy@fachportale.de über die Verwendung informiert werden!